Neue Freunde für Hof

Neue Freunde für Hof

Jetzt sind sie schon wieder weg – meine Freundinnen aus dem Ruhrgebiet. Es war so schön, sie hier zu haben. Sie können meine Begeisterung für Hof sehr gut verstehen, was mich natürlich sehr freut. „Exportiert“ haben sie auch etwas: Einen Begriff aus dem kulinarischen Hof, der es ihnen besonders angetan hatte.

Unser Hof-Quartett: Heike (2. v. links), Anke (rechts), John (links) und ich

Das Hotel Maxplatz in der Ludwigstraße (nahe dem Rathaus und nur ein paar Hundert Meter von unserer Wohnung entfernt) war Ausgangspunkt unserer Erkundungstouren. Dort hat es den beiden sehr gut gefallen, weil es von der Familie so persönlich und serviceorientiert geführt wird.

Da das Wetter Freitag so schön war, haben wir den ersten Abend im Biergarten Meinels Bas verbracht – mit Hofer Bier und Hofer Brodwärschd. Ist ja irgendwie ein Muss, oder? Beides hat ihnen gut geschmeckt, und einen Biergarten mitten in der Stadt zu haben (300 Meter vom Hotel entfernt) fanden sie super. Von Glück konnten wir allerdings sagen, dass keine Live-Musik spielte. Die ist ja des Öfteren etwas gewöhnungsbedürftig und hätte uns beim Ratschen ohnehin nur gestört. Der Abend verging ohnehin viel zu schnell, weil wir uns so viel zu erzählen hatten.

Bei Meinels Bas im Biergarten

Am Samstag haben wir die einstündige Stadtführung „Hof – kurz und knackig“ mitgemacht. Das ist ein Spitzen-Wortspiel, weil sie auch einen Besuch beim Wärschtlamo einschließt.

Der Gutschein zum Besuch beim Hofer Wärschtlamo

Darauf freuten sich meine Freundinnen ganz besonders, weil sie meinen Blog immer brav lesen und ich vom Wärschtlamo ja schon einiges berichtet habe. Ich hatte sie schon darauf vorbereitet, dass mein Lieblings-Wärschtlamo Marcus leider an diesem Samstag nicht da sein würde. Der Stadtführer wollte eigentlich auch bei ihm haltmachen. Da das ja nun mal nicht möglich war, schlugen wir einen kleinen Haken und lösten unseren Gutschein bei der einzigen Hofer Wärschtlafraa ein, die keine 100 Meter weiter steht. Sie hat uns auch gezeigt, wie der Kessel befeuert wird und uns erklärt, dass die Wienerla aus dem Messingkessel ein ganz besonderes Aroma haben, unter anderem auch deshalb, weil sie mit anderen Wurstarten, die sie verkauft, im gleichen Sud schwimmen. Aber trotzdem schmecken mir die Wienerla beim Marcus besser. Er hat als Lieferanten die Metzgerei Herpich, die Wärschtlafraa hingegen die Metzgerei Krafft. Und außerdem verwendet sie auch keinen Siebenstern-Senf. Aber sie hat mir auch die Freude gemacht und viel Senf aufs Brötchen und die Wienerla geschmiert. Mit dem Senf hatten es meine Freundinnen ja nicht so, aber viel Spaß daran, wie das bezeichnet wird, was sie in Händen hielten – nämlich „Wienerla im Laabla“ (für alle Nicht-Oberfranken: Wiener Würstchen im Brötchen). Dieser Begriff wird bestimmt in ihren Erzählungen im Ruhrgebiet immer vorkommen.

Die Stadtführung war insgesamt sehr informativ und hat ganz andere Inhalte als die Nachtwächterführung, die John und ich schon einmal mitgemacht haben. Wir durften sogar in einen eigentlich privaten Innenhof, um einen Rest der ehemaligen Stadtmauer zu sehen. Dieser Innenhof ist auch Spielort der Innenhofkonzerte, über die ich hier auch schon geschrieben habe.

Auch das ist Hof: Innenhof mit Weinreben – eine Seltenheit

Dass es nachmittags anfing zu regnen, machte uns nicht wirklich einen Strich durch die Rechnung, sondern bescherte John zunächst einmal die Möglichkeit zu Regenfotos, weil wir den schlimmsten Regen in der Altstadt-Passage abwarten mussten.

Ja, wo sind sie denn alle? Der Regen machte den Eiscafés am Samstag zwischenzeitlich einen Strich durch die Rechnung.

Natürlich haben wir unseren Gästen aus dem tiefen Westen auch das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth gezeigt, und sie waren ebenso beeindruckt davon wie wir es waren bei unserem ersten Besuch. Mir ist in Mödlareuth und überhaupt hier in der Region erst einmal richtig bewusst geworden, was es hieß, im damaligen Grenzgebiet von BRD und DDR zu leben und wie wenig ich eigentlich immer noch weiß über das Alltagsleben in der damaligen DDR.

Aber jetzt kann ich mich mal mit der Küche der DDR auseinandersetzen – ein Kochbuch macht es möglich. Nicht, dass ich eine passionierte Köchin wäre. Aber eine Soljanka oder etwas ähnlich Einfaches geht immer.

Ein Besuch in Mödlareuth: Anschauungsunterricht im Leben an der Grenze zwischen BRD und DDR

Nach einer Fahrt durch die Orte entlang der ehemaligen Grenze verbrachten wir den Abend im Biersalon Trompeter. Dort waren wir selbst noch nie, und so war es ein kleines Experiment. Wir wurden aber herzlich willkommen geheißen, das Essen war sehr lecker und die Bierauswahl wirklich umfangreich.

Im Biersalon Trompeter: Willkommensschild (fast richtig geschrieben) und Bierspezialitäten

Heute dann waren wir noch auf dem Waldstein, um meinen Freundinnen einen Eindruck von den Granitkolossen im Fichtelgebirge und der tollen Landschaft zu geben. Beides fanden sie grandios, und natürlich haben wir den Aussichtpunkt „Schüssel“ erklommen, um den Rundumblick in alle Himmelsrichtungen zu haben.

Und nun sind sie wieder weg, und mir bleibt die Freude, dass sie sich hier in Hof wohlgefühlt haben und wiederkommen wollen. Und das nicht nur wegen der „Wienerla im Laabla“ …

4 Gedanken zu „Neue Freunde für Hof“

  1. Es war wunderschön in Hof. Ich komme auf jeden Fall wieder und bringe dann hoffentlich Verstärkung mit. Und ich werde wieder in diesen super netten, liebevollen Hotel Übernachten, Würstchen essen und das Bier genießen! Danke für die tolle Zeit und ganz viele liebe Grüße

  2. Danke für die vielen neuen Eindrücke, die ich mit eurer Unterstützung bekommen habe. Hof und Umgebung sind wirklich lebens- und liebenswert und ich kann verstehen, dass ihr euch dort so wohl fühlt.
    Die Brotzeit im Bauernhofcafe nach der Tour auf dem Waldstein war ein toller Abschluss des Kurzbesuches.
    Auch wenn es fast 500 km sind die uns trennen – ich komme gerne noch einmal wieder und bringe dann hoffentlich die 3. im Bunde mit.

    1. Darauf hoffe ich auch, dass wir Hof bald noch einmal zu dritt erkunden können. Wir haben ja längst noch nicht alles gesehen. Ich habe mir übrigens gestern noch den Beitrag über das Bauernhofcafé in Großschloppen im Fernsehen angesehen in der Sendung „Unter unserem Himmel“. Mein Schneeballen war dann wohl doch von einer professionellen Konditormeisterin gemacht – die Schwiegertochter der Chefin zaubert all die schönen Kuchenkreationen. Aber es war halt leider kein „richtiger“ Schneeballen. Damit bin ich immer noch nicht fertig, wie Du merkst …

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