Mission geglückt

Mission geglückt

Vor einer Woche sind sie wieder abgereist – unsere Gäste aus Westfalen. Das wäre jetzt nicht so spannend, wenn man nicht weiß, dass es 18 an der Zahl waren. Wer schon einmal drei Tage lang Gastgeber für so viele Leute war, der weiß, welche Gedanken einen da im Vorfeld umtreiben.

Wir reden über meinen ehemaligen Chor aus Gevelsberg, bei dem ich ungefähr fünf Jahre mitgesungen habe – die Camerata Vocale.

Meine Gäste – die Camerata Vocale aus Gevelsberg – und ich (2. von rechts) vor der Michaeliskirche.

Gevelsberg liegt rund 470 km von Hof entfernt. Das heißt, unsere Gäste haben eine weite Fahrt auf sich genommen, um uns hier einmal zu besuchen. Das sorgte schon für ein wenig Magendrücken bei mir, ob sie am Ende sagen würden, dass es sich gelohnt hat, hierhin zu kommen.

Hinzu kommt, dass sie mich vor zwei Jahren über Fronleichnam in meinem unterfränkischen Heimatort Castell besuchten, wo es ihnen sehr gut gefallen hat und diese schöne Reise auch Auslöser war, die Fahrt nach Hof anzutreten. Jetzt ist es ja so, dass ich Unterfranken seit gut 50 Jahren kenne, Hof und Umgebung erst seit zwei Jahren. Das sind auch zwei verschiedene Paar Schuhe in der Vorbereitung, und ich wollte den Chor ja nicht enttäuschen. Denn wenn mir etwas am Herzen liegt, dann das, meine Freunde und Bekannten für Franken zu begeistern.

Die erste Frage, die ich zu beantworten hatte, war die, welches Hotel ich für den Chor buchen sollte. Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer waren gefragt. Zentral gelegen sollte es sein, nicht zu teuer und groß genug, dass alle im gleichen Hotel unterkommen. Da Hof jetzt nicht soooo sehr mit schönen Hotels gesegnet ist, habe ich mich letztendlich für das Hotel Strauss entschieden. Das erfüllte die Bedingungen am besten. Es war auch möglich, meinem Besuch ein Willkommensgeschenk aufs Zimmer bringen zu lassen. Das hat dann zwar nicht ganz so geklappt wie gedacht, aber der Wille war wenigstens da. Das ist ja auch schon mal was.

Mein Willkommensgeschenk sah so aus: Eine Flasche Hofer Bier, ein Gutschein für den Wärschtlamo, ein Glas Siebensternsenf und viel Infomaterial über Hof.

Das Willkommensgeschenk

Natürlich habe ich Bier von der Brauerei genommen, die noch eine ganz „echte“ Privatbrauerei ist und Wärschtla-Gutscheine von meinem „wärschtverrickten“ Nachbarn Marcus, der mich auch auf die Idee mit den Schatzträgerla gebracht hat.

Dann galt es, Vorschläge zu überlegen, was hier zu unternehmen ist. Da niemand aus dem Chor schon einmal hier in Hof war, war das vergleichsweise einfach. Ein Stadtspaziergang an der Saale entlang auf den Theresienstein inkl. Botanischem Garten war ebenso gesetzt wie eine Sonderführung durch die Fotoausstellung „Hingucker“ im Alten Landkrankenhaus (da stellt mein Mann mit aus und hat auch die Schlüsselgewalt), ein Gang über die Ludwigstraße und der Besuch bei Marcus an seinem Wärschtlastand. Diese Programmpunkte absolvierten wir alle zusammen am Freitagvormittag. Nachmittags schwirrten wir in unterschiedliche Richtungen aus – Mödlareuth stand bei einigen auf dem Programm, bei anderen war eher Ausruhen oder Bummeln durch Hof angesagt.

Am Abend nach der Chorprobe (die wir natürlich auch hatten, schließlich wollten wir am Sonntag die Jubelkonfirmation in der Michaeliskirche mitgestalten) verbrachten wir einen sehr vergnüglichen Abend in Gumpertsreuth. Samstags konnte dann jeder machen, was er wollte. Gleichwohl fand sich wieder eine größere Gruppe zusammen, die die Nähe zu Tschechien ausnutzen und eine Fahrt nach Marienbad machen wollte. Da war ich als erklärter Marienbadfan natürlich mit von der Partie. Bei Kaiserwetter im Kaiserbad – es war ein wunderbarer und sehr lustiger Ausflug. Am Abend war dann wieder Probe und anschließend Biergarten angesagt.

Sonntags nach dem Gottesdienst ging es dann wieder los Richtung Gevelsberg. Es war so schön, mal alle wiedergesehen und so viel Spaß gemeinsam gehabt zu haben. Besonders toll fand ich natürlich, dass es allen so gut hier gefallen hat.

Verwehrt blieb ihnen der Besuch in meiner Lieblingskneipe – dem Trompeter. Das entwickelte sich während der Tage schon ein bisschen zum Running Gag. Ich pries ihn immer an, weil ich selber so gerne mal wieder hinwollte (und gar nicht so oft Gelegenheit dazu habe) und fand auch interessierte Begleiter. Alleine es klappte nie: An Himmelfahrt war leider zu (womit ich nicht gerechnet hätte), am Freitag wollte angeblich keiner mehr mitkommen (was sich als „Ente“ herausstellte) und am Samstag war dann zwar noch Licht, als wir beim Trompeter eintrudelten, die Tür war aber schon verschlossen (ist 23:00 Uhr schon echt Schluss am Samstagabend?).

Na ja, wie auch immer: Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, den Chor hierzuhaben. Und ich darf ja auch immer noch Konzerte bei der Camerata mitsingen, auch wenn ich meistens nur ein Probenwochenende und die Generalprobe mitprobe. Das Privileg habe ich – wenn es zeitlich überhaupt auskommt. Das wird voraussichtlich erst im April nächsten Jahres der Fall sein, wenn das Probenwochenende für den Elias stattfindet.

Davor habe ich aber noch Gelegenheit, dem Kammerchor Hof mein Castell zu zeigen. Denn mit ihm trete ich im Oktober dort auf, worauf ich mich schon sehr freue, weil damit auch ein lang gehegter Wunsch von mir in Erfüllung geht.

Und wer sonst noch Lust hat, mal nach Castell in Unterfranken zu fahren: Jetzt ist eine wunderbare Zeit dafür und es sieht so dort aus:

Castell im Frühsommer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.