Hochachtung pur

Hochachtung pur

Er gehört zu Hof wie der Dom zu Köln – der Hofer Wärschtlamo. Genau genommen sind es sieben, die an festen Standorten in der Altstadt ihre Würstchen verkaufen. Und sie alle haben meine Hochachtung – gerade jetzt im Winter.

Zu Recht als Denkmal verewigt: Der Hofer Wärschtlamo am Sonnenplatz

Heute hat es draußen 3 Grad Celsius und es ist nass-kalt. Das war in der letzten Woche auch schon oft so. Jeden Tag denke ich mir: Heute kommen sie bestimmt nicht mehr, es ist doch viel zu kalt und ungemütlich. Aber nein, immer bauen sie ihre Stände auf mit den typischen Messingkesseln zum Wärmen ihrer Würstchen. Morgens gegen 8:30 Uhr wird der Kessel mit Holzkohle angeheizt und dann wird munter verkauft bis oft gegen 16:00 Uhr. Und das die ganze Zeit draußen! Hut ab! Da muss man seinen Beruf schon lieben.

Ich habe das tägliche Vergnügen, einen von ihnen beobachten zu können, weil er seinen Standort direkt neben unserem Haus hat. Und was ich ja nicht für möglich gehalten hätte: Schon vor 10 Uhr morgens kaufen die Leute „Wienerla“ oder was er sonst noch im Angebot hat, schön lecker im Brötchen mit oder ohne Senf. Also ich könnte um diese Tageszeit noch keine warmen Würstchen essen. Mittags oder nachmittags ok, aber vormittags?

Die Hofer aber sind offensichtlich wirklich sehr treue Wärschtlamänner-Kunden und lieben diese Institution. Denn man muss wissen, dass sich die fünf Standorte über nur 500 Meter erstrecken. Ich nehme mal an, dass da jeder Wärschtlamo (und bei einem ist auch immer eine Frau dabei) seine festen Stammkunden hat. Ich habe mir nur einmal bisher etwas gekauft, bei der Frau. Die war sehr nett und hat meinen Sonderwunsch nach viel Senf mit den Worten kommentiert: „Ja, wenn Sie weiters keine Wünsche ham …“.

Was mir wirklich gut gefallen würde, wenn ich Wärschtlafraa werden könnte, ist, dass man immer einen schönen Plausch halten kann mit den Kunden. Denn viele essen ihr Würstchen, während sie sich mit ihrem Wärschtlamo unterhalten. Was man da alles erfahren könnte …

Viel Spaß habe ich auch an diesem sympathischen „Loblied“ auf den Wärschtlamo – auf fränkisch versteht sich!

2 Gedanken zu „Hochachtung pur“

  1. Hallo Sabine,
    heiße Wienerla gehen fast immer, mir schmecken sie schon zu einem entspannten Frühstück ausgezeichnet! Dazu braucht man noch frische Brötchen (Labla) und etwas von einem mittelscharfen Senf aus heimischer Produktion. Und für unzählige Schulkinder und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer nicht ausgenommen, sind dampfende Wienerla, manchmal auch „Bauern“, eingebettet in aufgeschnittene „Stölla“ eine wahre kulinarische Bereicherung eines jeden Schulvormittags, die es im Pausenverkauf zu ergattern gilt.
    In diesem Sinne
    „heiße“ Grüße
    Robert

    1. Hallo Robert,
      das ist ein tolles Angebot in der Pause. Das gab es zu meiner Zeit noch nicht. Aber ich war ja auch nicht in Hof auf der Schule. Vielleicht wäre dann meine Einstellung zu heißen Würstchen am Vormittag komplett anders … 😉 VG, Sabine

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