Es ist nie zu spät

Es ist nie zu spät

Jetzt muss es mal sein – das dachte ich mir, als ich vor einiger Zeit die Ankündigung zu einer Typisierungsaktion der DKMS als Hilfe für eine zweifache Mutter aus Regnitzlosau las. Heute war es soweit – und ich bin um eine sehr wertvolle Erfahrung reicher.

Mein vorläufiger DKMS-Spenderausweis

Ort des Geschehens: Regnitzlosau, Vereinshaus des Sängerbundes

Auf dem Weg dorthin hatte ich schon das erste positive Erlebnis. Leider hatte ich mich beim Abbiegen vertan und landete nicht in der Hohenberger Straße, sondern in einer Straße oberhalb des Vereinshauses – blöderweise eine nicht offensichtliche Sackgasse. Ein sehr freundlicher Herr, augenscheinlich ein Anwohner, den ich nach der richtigen Adresse fragte, wusste sofort, weshalb ich dorthin wollte und bot mir an, doch dort oben zu bleiben, mein Auto vor die Doppelgarage von ihm und seiner Nachbarin zu stellen („Sie muss heute auch nicht mehr weg.“) und zu Fuß den kurzen Weg zu gehen. Das nahm ich natürlich sehr gerne an und sparte mir damit die Parkplatzsuche vor dem eigentlichen Ort des Geschehens. Denn obwohl die Typisierungsaktion bei meiner Ankunft um 15:00 Uhr schon in ihre letzte Stunde ging, waren noch alle Parkplätze belegt.

Die Typisierungsaktion selbst: Registrierung in entspannter Atmosphäre

Im Saal des Vereinshauses herrschte dann auch entsprechend geschäftiges Treiben. Ich brauchte mich auch gar nicht selbst zu orientieren, sondern wurde sofort in Empfang genommen und an eines der vielen zweiköpfigen ehrenamtlichen Helferteams „weitergereicht“. Meines bestand aus zwei sehr netten Frauen, die die Registrierung begleiteten. Nachdem ich alle Erkrankungen verneinen konnte, die eine Registrierung nicht möglich machen, schritten wir zur Tat. Das Ganze dauerte ungefähr fünf Minuten, wovon ich dreimal eine Minute – jeweils gestoppt mit einer kleinen Sanduhr – mit einem langen Wattestäbchen in meinem Mundraum „herumwerkeln“ musste: eine Minute im rechten Wangenraum, eine Minute im linken und eine schließlich rundherum. Die können einem jeweils ganz schön lang werden. Dann wurden die Wattestäbchen in einen Umschlag getan, verschlossen und mit einem EAN-Code des Formulars versehen, das mit meinen Personalien beschriftet worden war. Beides wurde mir dann in die Hand gedrückt und ich ging zu einem Kontrolltisch, an dem noch einmal gecheckt wurde, ob meine Spendernummer auf dem Formular mit der auf der Probe übereinstimmt und mir der Umschlag abgenommen. Mit dem Formular ging ich an eine dritte Stelle, die mir eine Kopie des Formulars aushändigte, was nun als vorläufiger Spenderausweis gilt, bis ich den „richtigen“ im Scheckkartenformat bekomme.

Die Resonanz: Hoffnung für die betroffene zweifache Mutter

Dann war ich „entlassen“ und hätte quasi zum gemütlichen Teil übergehen können, der darin bestand, sich an einem süß-sauren Buffet gütlich zu tun. Doch dazu hatte ich leider keine Zeit, weil ich um 16:00 Uhr in Hof zur Chorprobe ewartet wurde und wahrscheinlich auch wieder nur wie Falschgeld rumgestanden hätte, denn ich kannte ja niemanden.

Obwohl: Die Redakteurin, die für die Frankenpost bei der Typisierungsaktion vor Ort war, kannte ich schon. Wir haben noch ein paar Minuten geplauscht. Und in ihrem Artikel, der schon online ist, konnte ich gerade lesen, dass sich 506 potenzielle Stammzellenspender haben heute registrieren lassen. Gut so!

Frankenpost-Artikel zur DKMS-Typisierungsaktion in Regnitzlosau

Ich drücke der zweifachen Mutter aus Regnitzlosau fest die Daumen, dass sich ein passender Spender für sie findet.

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